Samstag, 22. Dezember 2012

FC Schalke 04: Kader-Analyse

Das Blog Spielverlagerung diskutiert die Hintergründe für den Rauswurf des "Jahrhundertrainers" Huub Stevens bei den Schalkern. Im Rahmen dessen wird auch die These aufgestellt, dass der Kader von Schalke zu dünn besetzt ist, um Ausfälle von Leistungsträgern zu kompensieren.

Hier der Schalker Kader sortiert nach GoalImpact. Die verletzten Spieler sind mit einem (+) markiert.

Julian Draxler 166,9
Benedikt Höwedes 158,1
Lewis Holtby 153,9
Ciprian Andrei Marica 140,5
Klaas-Jan Huntelaar 140,4
Christoph Metzelder 140,0
Christian Fuchs 135,8
Jefferson Farfan 135,8
Tranquillo Barnetta 135,7
Timo Hildebrand 134,7
Atsuto Uchida 134,0
Lars Unnerstall 133,6
Marco Höger (+) 132,8
Max Meyer 128,9
Kyriakos Papadopoulos (+) 126,2
Chinedu Obasi 125,8
Sead Kolasinac 124,0
Teemu Pukki 124,0
Roman Neustädter 117,6
Jermaine Jones 116,8
Ibrahim Afellay (+) 113,3
Joel Andre Matip Job 98,8
Sergio Escudero Palomo 98,6
Ralf Fährmann 91,5

Außer den letzten drei ist niemand in dem Kader wirklich schwach einzuschätzen. Mit Draxler, Holtby und Höwedes sind sogar ausgesprochene Top-Spieler dabei. Die Verletzten sind auch eher in der unteren Tabellenhälfte zu finden. Natürlich kann nicht jeder Spieler jede Funktion in einem taktischen System übernehmen, so dass es gut möglich ist dass trotz vorhandener Qualität im Kader einzelne Spieler schlecht oder gar nicht ersetzbar sind. Ein solcher Kader wäre dann eher schlecht zusammengestellt als einfach nur schlecht. Oder mit den Worten vom Spielverlagerung-Autor MR:
Eventuell hätte er sich nachdrücklicher um einige Kaderplätze kümmern müssen – einen teuren Spieler wie Jermaine Jones zu behalten, obwohl er nicht optimal ins System passt, muss vielleicht nicht sein.
MR diskutiert auch, ob Höger die bessere Wahl wäre als Jones. Ist er, mindestens was den Einfluss auf die Tordifferenz angeht. Aus der Differenz der GoalImpacts ergibt sich, dass Schalke eine um 0,032 verbesserte Tordifferenz erwarten kann, wenn Höger statt Jones spielen sollte. Ob es taktisch auch passen würde kann MR besser entscheiden als ich.

Zu den Dauerdiskussion ob Hildebrand oder Unnerstall die bessere Wahl ist, kann ich wenig beitragen. Hier schneiden sie beide gleich gut ab. Bei gleicher Stärke würde ich als verantwortlicher wohl eher der Jugend den Vortritt lassen, aber das ist eher eine geschäftspolitische denn sportliche Entscheidung.

Fazit: Stevens mag den einen oder anderen Fehler gemacht haben. Er hat möglicherweise es nicht geschafft eine zum Kader passende Taktik zu finden, aber dass der Kader zu schwach ist kann ich nicht bestätigen. Insofern halte ich es mit den zuerst von MR genannten Gründen: Schalke hatte in der zweiten Saisonhälfte einfach schwerere Gegner und dazu Pech. Kein besonders guter Grund den Trainer zu wechseln.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen